Bericht vom Castrol-Haugg-Cup und 24h-Rennen  
  BK Racing war über Auffahrt auf dem Nürburgring.
Das 24h-Rennen stand an und wir haben uns für den Castrol Haugg Cup angemeldet der im Vorprogramm (Donnerstag) stattfand. Aber lasst uns von vorn beginnen.
Am Dienstagabend kurz vor 24 Uhr machten sich Andre und ich auf den Weg Richtung Nordschleife. Die Fahrt verlief reibungslos und wir erreichten Nürburg gegen 6 Uhr. Da unsere Fahrerausrüstung zu alt oder gar nicht vorhanden war, mussten wir nach Mayen zu ISA-Racing. Dort erworben wir neue Kombis, feuerfeste Socken, lange Unterhosen, langärmliges Shirt, Handschuhe, Schuhe und Helmpariser.
Neu ausgerüstet machten wir uns an die Vorbereitung für den morgigen Renntag und gingen danach zum Schwalbenschwanz (Streckenabschnitt) um unser Zelt aufzubauen. Wir hatten mit einem Kollegen aus Köln abgemacht und mussten nun dessen Kollegen, die angeblich mit einem Bundeswehrzelt unterwegs waren, aufspüren. Bundeswehrzelte gab's zwar aber niemand kannte Stefan. Beim dritten Versuch wurden wir herzlich mit selbst gemachtem Kräuterschnaps empfangen. Die Jungs waren toll drauf und nach ein par Minuten stand für sie fest, dass wir hier bleiben sollen. Es wurde kurz ein bisschen Platz gemacht und schon stand unser Zelt. Jetzt mussten wir bereits wieder los denn um 18 Uhr fand der Corso statt, bei dem alle Wettbewerbsfahrzeuge eine langsame Begrüssungsrunde absolvieren können.
In der Boxengasse angekommen wurden wir alle auf der Start- und Zielgeraden gesammelt und machten uns danach auf die fantastigste Rennrunde meines Lebens. Zig Tausende von Zuschauern standen auf der knapp 28km langen Strecke. Wir wurden bejubelt, fotografiert und beklatst. Etwa bei Halbzeit gab's einen Stau und jedem Fahrer wurde ein frisch gezapftes Bier in die Hand gedrückt.
Die Fahrt dauerte ca. 90 Minuten.
Hell begeistert fuhren wir danach zum Schwalbenschwanz zurück, bogen ein Strässchen zu früh ab, fuhren durch ein Schlagloch und konnten im Rückspiegel zusehen wie wir 5 Liter Öl über den Platz verteilten. Des Rätsels Lösung war ein 6cm langer Riss in der Ölwanne! Leichtes Unbehagen brach aus! 650km von zu Hause entfernt, kein Zugfahrzeug mehr, kein Transportmittel für uns und das Material, dass Morgen auf den Rennplatz und in die Boxengasse muss, Kristi Himmelfahrt welche Garage hat da schon offen und den 3Liter Benziner haben sie in Deutschland nie verkauft und bestellen dauert eh zu lange, wir mussten ja am Dienstag wieder arbeiten!!?!
Bedrückt gingen wir zu Fuss zu unseren neuen Kollegen. Sie drückten uns ein Bier in die Hand und meinten "macht euch mal keine Sorgen wir organisieren was".
Am nächsten Morgen gegen 10 fuhr uns Buchse und Oli zum Rennplatz. Wir hatten nur die Rennkleider, Papiere und ein Druckmessgerät dabei. Da wir das erste Rennen auf der Nordschleife bestritten verliessen wir uns auf Erfahrungswerte die von Franz Landolt stammen.
Das Rennen verlief mehr oder weniger Problemlos. Es mussten 12 Runden auf der 21.8 km langen Nordschleife gefahren werden. Einen ersten heftigen Adrenalinschub erhielten wir als ich einfahrt Schwalbenschwanz einem BMW ansaugen wollte, der gerade zum Überholen ansetzte und dann aber aus mir unverständlichen Gründen plötzlich auf die Bremse trat. Das war Haarscharf. Auch Andre kam ein par Mal ins Schwitzen vor allem als er sich in mitten von drei japanischen Werksautos befand.
Mit dem Resultat sind wir recht zufrieden, wir wurden 10ter von 17. Das kann sich sehen lassen vor allem wenn man bedenkt, dass wir in die 24h spezial Klasse eingeteilt wurden. Zu dieser Zeit befanden sich bereits 162'000 Zuschauer rund um die Strecke!
Mit unserem Rennsugi fuhren wir danach auf Sliks, wir hatten ja nichts anderes, zur Siegerehrung und zu unserem Zelt zurück.
Dort angekommen kam Hauy mit einer freudigen Nachricht. Unser Nachbar sei mit dem Besitzer eines der grössten Autoabbrüche verwandt. Dieser Nachbar, Rainer, tätigte einen Anruf und gab die wichtigsten Angaben des Mercedes durch.
Als wir am nächsten morgen aus dem Zelt krochen hiess es Reiner sei bereits unterwegs. Nach ca. 2 Stunden kam er mit einer Ölwanne zurück. Bezahlen durften wir ihm nichts, er meinte nur "wegen euch sind wir ja da"
Das nächste Problem war allerdings bereits da. Wir mussten irgendwie den Motor um 10 cm anheben um die Wanne unter dem Träger durchzuziehen. Mit Spangurten und Holzlatten bugsierten unsere deutschen Freunde das Teil in die Höhe und wir konnten die Wanne wechseln. Die ganze Prozedur dauerte etwa 9 Sunden mit einer Mannschaft von 8 Mann.
Sorgenlos genossen wir nun das 24 Stundenrennen. Unsere deutschen Freunde hatten ein Gerüst direkt an der Strecke aufgebaut. Supertribüne !!!!! Dort verfolgten wir den Start und machten uns danach auf den Weg zur Dunlopkehre, wo wir mit Mike und Co. ( Langjähriger 24h-Fahrer) abgemacht haben. Mit dem Ringshuttle fuhren wir zur Boxengasse um uns anzuschauen, was uns hoffentlich auch irgendwann erwarten würde. Mit dem Eindunkeln kehrten wir wieder in den Schwalbenschwanz zurück. Mit Oli und Patrick gingen wir dann zu Fuss bis zum Pflanzgarten. Die Nacht verbrachte ich alleine auf der super Tribüne. Nach dem Rennen war grosser Abbruch angesagt und wir machten uns am Montag wieder auf den Weg nach Hause.
Herzlichen Dank an Hauy, Buchse, Kristian, Dieter, Oli, Hannes, Bernd, Basti, Patrick, Volker mit den Kindern, Rainer, Felix mit Schwiegersohn und Familie sowie Autoteile Bender, Mike, Quasselstrippe Frank und alle die wir vergessen haben. Das ist Motorsport vom Feinsten